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Creaturen der Nacht
"Aus heiterem Himmel"

(Jubeko Records / Rough Trade)

Der Berliner Untergrund ist sicher eines der größten Streitthemen der deutschen HipHop-Szene. Die Hauptstadt spaltet die Nation und ist in sich selbst in viele Lager gespalten. Um sich von der Masse der Berliner Untergrund-Releases abzuheben, muss man einiges bieten, denn man kann fast nicht mehr überblicken, was dort alles in Pressung gegeben wird. Die Creaturen der Nacht haben sich in der Szene schon seit einiger Zeit einen Namen gemacht. Einst zu fünft unterwegs, sind sie heute nur noch ein Duo: Jas und Mirror. Hören wir mal, ob sie ihrem Namen auf dieser EP immer noch gerecht werden.

Der Titel der EP spielt mit einer ironischen Symbolik, die vom Coverbild gestützt wird: "Aus heiterem Himmel" kommt dieses Werk sicher nicht. Weder ist es eine plötzliche Erscheinung, denn die beiden sind seit langem im Business, noch ist der Himmel, den diese Platte vor dem geistigen Auge des Hörers entstehen lässt, heiter. Der CDN-Sound hat düstere und tragende Züge, obwohl dem Hörer mit "Steh auf" feat. Ninjah auch aufmunternde Worte geboten werden, die kämpferisch und bestimmt ins Mikrofon gerappt werden. Auf "Kenner kennen" ist Damion mit von der Partie, der dem Sound von CDN mit seinen Gesangsparts einen neuen Aspekt verleiht. Sein Gesang hebt sich vom ein wenig eintönigen, typischen Sprechgesang der beiden Protagonisten ab.

Auf "10 Jahre" blicken CDN auf ihre zehnjährige Geschichte zurück ("Keine Frage, wir haben auch Fehler gemacht, doch ich steh' immer noch hundert Prozent hinter dem, was ich sag."). "Wir" ist die Creaturen der Nacht-Hymne dieser EP. Kraftvoll wird hier klargestellt, wer eine Revolution in punkto Rap startet. Mirror und Jas machen eine sehr gute Figur am Mic und lassen Kritikern nur wenig Freiraum für negative Kommentare. In ihren Texten geht es um Existenzängste, Hoffnung und Representing. Die Beats von Mirror, der die komplette Platte produziert und abgemischt hat, sind geprägt von atmosphärischen Kompositionen und rollend rumpelnden Drumkits.

Für die obligatorischen Cuts haben sich CDN die ehemaligen ITF-Championchip-Finalisten DJ Q-Millah und DJ ThreeD ins Studio geladen, die das Ganze noch hörenswerter machen. Alle sechs Tracks bestechen durch beste Untergrund-Qualität, und wenn man noch etwas geduldig wartet, erwischt man vielleicht noch den Bonustrack, der auf der EP wirklich nicht fehlen durfte. Fazit: Saubere Sache. Glänzende Underground-Produktion, die sich sicher bei der Hörerschaft beliebt machen wird. Freunde der Nacht: Greift zu.

Lars

Weitere Reviews von Creaturen der Nacht:
Creaturen der Nacht - "Akustische Exkursion 2"


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