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James Blake
"James Blake"

(R&S / Universal)

Eigentlich ist zu James Blake in den vergangenen Tagen und Wochen schon alles gesagt worden. Wunderkind, Multitalent, autistischer Sonderling mit Geheimtipp-Status - ja, sogar vom ersten Singer-Songwriter-Buben aus den Reihen der digital natives war die Rede. Tatsächlich ist James Blake all das auf einmal. Nach drei EPs, die seinen klassischen Klavierbackground ebenso wie jegliche Sozialisation zwischen charterprobtem R'n'B und misanthropischem Dub'n'Sub klarmachten, ist sein selbstbetiteltes Debüt jetzt die Zusammenführung aus alldem und die Weiterführung des Status als Übergenies, das - selbstbewusst und verletzlich - zugleich über einen wummernden Soundteppich aus Bass, Keys und Stille balanciert und seine Stimme dabei schonungslos durch die Mangel nimmt.

Da trifft ein zartes Hauchen auf überdrehtes Krächzen und ein vielsagendes Seufzen auf schmerzvolles Wimmern - wie der Mut zur Melancholie durch jedes der zwölf Stücke mäandert und dabei so offen und ehrlich nach allen Seiten wild zuckend ausbricht, ist schlichtweg beeindruckend. Und dieser Klang, verdammt nochmal! Überall drückt, ruckelt, rumpelt und fließt doch alles so natürlich, als hätte Musik nie anders geklungen.

Hier verschmelzen die bollernden rumpelnden Avantgardetendenzen eines "808 & Heartbreaks"-Kanye West mit der herrlich verworrenen Mixtur von Metaebenen aus klanglicher Tiefe, beispielloser Weitsicht und transzendent-stumpfem Lyricism eines Burial zum Referenzwerk der Popmusik anno 2011.

Natürlich wurden diese Einflüsse schon zu genüge zitiert. Dieses Album ohne sie wahrzunehmen, wäre allerdings falsch. Denn tatsächlich ist "James Blake" letzten Endes das eindrucksvolle Zeugnis und in gewisser Weise auch die längst fällige sowie komplette Konsequenz aus dem stets gepredigten Sound-Eklektizismus der Nullerjahre. Beeindruckend.

Jan
         


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