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Common
"Universal Mind Control"

(Geffen / Universal)

Imagewechsel bei Rappern oder Musikern im Allgemeinen sind ja immer so ein zweischneidiges Schwert: Das kann entweder richtig abgehen oder ist totale Grütze. Im Fall von Common ist das aber ein bisschen anders. Der Rapper aus Chicago hat ungefähr alles schon mal mitgemacht, ist dabei ordentlich auf die Fresse geflogen und hat trotzdem immer noch eine Platzierung in den Top 5 deines favorisierten Rappers inne.

"Universal Mind Control", das mittlerweile achte Studioalbum von Common, will nach Erykah-Badu-Techtemechtel mit Strickmützen-Sound, psychedelischen Rockausflügen und NeoSoul-Einigkeit mit Kanye West jetzt auf den allgegenwärtigen Electro-Hype aufspringen. Die erste Single "Universal Mind Control" mit Pharrell-Williams-Support machte schon im Sommer auf den Blogs die Runde. Da sollte die LP auch eigentlich noch "Invincible Summer" heißen und jeden Moment rauskommen.

Dass die Platte eine sommerliche Färbung hat, ist nicht zu überhören. Warm, tanzbar, Common-like eben. Im Gegensatz zur eher schwachen Erstauskopplung macht die zweite Pharrell-Kollabo "Announcement" dann auch ernsthaft groovende Ansagen, und das Cee-Loo-Feature auf "Make my day" hat direkt nach der ersten Bemusterung wirklich meinen Tag gemacht. Bonuspunkte gibt es auch für die gewisse Zeitlosigkeit. "Inhale" hätte man auch getrost Ende der 90er rausbringen können - anderen Rappern würde ich Altbackenheit und Stagnation unterstellen, bei Common zeugt das von Qualität.

Kanye schaut auch mal kurz für das gewohnt arrogante "Punch drunk love" vorbei, primär merkt man dem Album aber einem Flirt mit den 2000er-Soundskizzen von Pharrell und seinen Neptunes an. Trotz deren typischen Produktionsstils punktet "Universal Mind Control" vor allem durch seinen ganz eigenen Sound. Hier wird nicht zwanghaft Eurodance gesampelt oder die Vocalspur zerhackt und mit Filter-Plug-Ins vergewaltigt.

Auch wenn sich Lonnie Rasheed Lynn vielleicht weiterhin den Vorwurf der Trendhure erster Güte gefallen lassen muss, hat er es mit "Universal Mind Control" erstaunlicherweise geschafft, ein Common-Album mit Electro-Coleur - und mitnichten das von vielen herbeikritisierte Electro-Album mit Common-Coleur - zu kreieren. Nur "Sex 4 Suga" hätte jetzt nicht unbedingt sein müssen.

Jan
         


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