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| Rap aus Berlin: Damit verbinden viele bis jetzt automatisch Battle, harte Sprüche, wenig Anspruch, Macho-Getue und gereckte Finger, die ein W bilden. W wie Westberlin. Der Ostteil der Stadt war bisher deutlich weniger präsent in den Medien. Mit Marcellos Debüt-Album "Innercity Kinder" (MkZwo Records / Groove Attack) soll sich das ändern. Marcello, der seit 1996 in Sachen HipHop unterwegs und 1999/2000 erstmals auf Veröffentlichungen zu hören ist, nimmt seine Hörer mit auf einen Spaziergang durch die Straßen Ostberlins, ohne sich dazu markiger Sprüche bedienen zu müssen. Seine Sorge ist weniger, seinen "Block" in Gangmanier gegen imaginäre Banger zu verteidigen und Reviere abzustecken, sondern eher die fortschreitende feindliche Übernahme seines Viertels durch eine dekadente Schickimicki-Szene, die ehemals vorhandenes anarchistisches, kreatives Potenzial rücksichtslos vereinnahmt und damit ausgelöscht hat. Marcello nimmt solche Prozesse, überhaupt seine Umgebung, mit wachen Augen und klarem Verstand wahr und verarbeitet sie in seinen Texten auf melancholische, ruhige Art. Er offenbart ehrlich und glaubwürdig seine persönlichen Sichtweisen und Probleme. Bei allem Lokalpatriotismus verfällt er nie in weinerliche Ostalgie. Die Veränderungen in seinem Viertel beklagt er weniger, er reflektiert sie vielmehr. Seine Texte sind nicht die verkopften Hirngespinste eines Intellektuellen, sondern ebenso schonungslose wie poetische Bestandsaufnahmen eines involvierten Beobachters. Die Musik dazu hat er größtenteils selbst produziert. Homepage: www.funkviertel.de
Reviews: Marcello - "ACAB"
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