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Neues - Eventberichte - Artist-Reports - Specials

20 Jahre DCS

Auf Köln ist einfach Verlass: Während der FC an diesem Frühlings-Samstag seine Anhänger einmal mehr auf eine harte nervliche Probe stellt, steht der Dom auch weiterhin felsenfest am Rheinufer. Auch die Blitzer an der Zoobrücke funktionieren - leider - noch immer höchst zuverlässig. Schöner, wichtiger und nennenswerter ist jedoch das, was sich an diesem Abend im Club Bahnhof Ehrenfeld, seit nunmehr zwei Jahren ein unumstrittenes Mekka für Menschen, deren Herz an feinem Rap hängt, abspielt: DCS, urgesteinigste Mitglieder der deutschsprachigen Hiphop-Familie, riefen und, wow, Brüder, Schwestern, Cousins und Cousinen aller Grade kamen in Scharen! "20 Jahre DCS" (20 Jahre? Ja, 20 Jahre!) - so lautete der Titel dieses schönen Kapitels gelebter Rapliebe. Bereits in der Schlange am Einlass kommt das zunächst irritierende Gefühl auf, eine Ü30-Party zu besuchen. Vier Stunden später spätestens hat sich der Eindruck bestätigt und, verdammt, es war gut so!

Es herrscht eine freundliche Stimmung an diesem Abend im CBE: Während im "Foyer" DJ Schneider und DJ Funky Fresh Mike die Gäste herzlich empfangen, drücken im "großen Saal" vorab die Wu-Tal Allstars (mit vollem Mannschaftsbus angereist) und Lichtblick's Boombox - sowie im Nachgang DJ Kitsune - auf's Gaspedal und machen unter anderem mit Masta Ace, Cocoa Brovaz, Nine und Co. geneigte Zuhörer glücklich, ehe DJ Lifeforce, Ro Kallis und Schivv bei ihrem Dienstantritt von Freunden, Familie, Fans und solchen, die es vorher noch nicht waren, später jedoch sein sollten, herzlich in Empfang genommen werden. Die Grandseigneurs gehen das Ding ganz ruhig, ganz entspannt, doch sichtlich erfüllt und begeistert an. So zünden sie auf ihrer Jubiläums-Schrägstrich-Releaseparty zunächst einige brandneue Raketen von ihrem neuen Album "Silber", das kürzlich von der JUICE verdientermaßen mit der kompletten Kronen-Austattung bedacht wurde.

Dazwischen streuen sie immer wieder kleine Zeitreisen in wundervolle Jahre ein, die schlicht und einfach gar nicht so lange her sein können, wie hier alle steif und fest behaupten. Vollkommen unmöglich, die spinnen doch! Wie dem auch sei, alle hier dürfen noch "ein Mal ohne Ende fühlen, wie das noch mal war". Fühlt sich verdammt gut an, das alles. Curse, Brixx und Aphroe, der selbst erst am Vortag mit der neuen Platte "90" die Veröffentlichung einer musikalischen Bombe zu verantworten/feiern hatte, erweisen DCS und dem Publikum noch die Ehre, ehe LME für die Schlussrunden die Instrumente in die Hand nehmen, um ein herzallerliebstes Set gekonnt abzuschließen. Was'n schöner Abend!

Text und Video: Pete

  


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